Brennberg ist im eigentlichen Sinne kein Stadtdorf, sondern war ein Stadtteil von Ödenburg und Bogenriegel entstand auf dem Gebiet von Agendorf, Gründe genug um hier ein wenig von der interessanten Geschichte dieses Bergwerksortes zu berichten. Ein Großteil der Artikel wurde uns dankenswerter Weise von Ferdinand Becher zur Verfügung gestellt, sie entstammen seinem Buch: "Erzählungen aus der Brennberger Vergangenheit" das in liebenswerter Weise die Geschichte von Brennberg für alle am Leben erhält. Die Farbfotos, die die Artikel begleiten stammen von unseren Teammitgliedern Walter Rossmann und Thorsten Söder; wohingegen die s/w-Fotografien ebenfalls dem oben erwähnten Buch entstammen.

Fotogalerie BrennbergBrennberg aus "Ödenburg und Umgebung" (E.Schusteritsch)
Brennberg aus der Sicht von Franz ZeltnerDer alte Hirte auf dem Brennberg
Die geographische Lage von BrennbergDie Entwicklung der Brennberger Siedlung
Sklaven der KohleDie Entwicklung des Kohlenbergbaues und seine Pachtverhältnisse in Brennberg
Kampf der BergleuteDie Geschichte der Brennberger Schule
Die Geschichte des Brennberger KindergartensDie Geschichte der Brennberger Kirche
Die letzten Tage des 2. Weltkrieges in der SiedlungUngarn nach der Befreiung
Beschützer der Brennberger SiedlungMenschenjäger – persönliche Erinnerungen von Ferdinand Becher
Denkmäler und Rastplätze an der ungarisch-österreichischen GrenzeDie Geschichte der Helenen-Siedlung
Brennberger entdecken BrennbergDie Technik erobert das Brennberger Tal
Zurückerinnerung Brennberger BergleuteKöhlerei im Brennberger Tal
Die Geschichte des "Blechernen Christus" in Brennberg Brot backen in der Brennberger Siedlung
Die Vergangenheit erzählt vom Brennberger FußballEs war einmal: die Brennberger Chöre
"Das Bergmannskind" - Prosa von Richard Hruby"Im brennenden Berg" - Prosa von Martin Prosenec
"Brennberg" - Prosa von Franz Zeltner

Als im Jahre 1927 die neue Schule in Betrieb genommen wurde, standen die alten Schulräume leer. Durch den Beschluss von Bergbaudirektor Vajk wurde das Gebäude der dritten Schulklasse umgebaut. Eine Dienstwohnung wurde geschaffen und auch das Pfarrhaus wurde hier gebaut.
Am 23. September 1930 wurde der Brennberger Kindergarten eröffnet, innerhalb von zwei Tagen schrieben sich 115 Kinder ein. 59 Buben und 56 Mädchen, fünf davon konnten ungarisch. Die anderen waren deutscher Abstammung, viele davon sprachen auch tschechisch. Von dieser Zeit an wurde für die Bergmannskinder der Besuch des Kindergartens auf zwei Jahre Pflicht festgesetzt.

In die Zeit um 1750 fällt die Entdeckung eines Kohlenlagers im städtischen Wald von Ödenburg. die Sage schreibt sie einem Hirten zu, der weit drinnen im Walde auf einer Anhöhe Feuer gemacht hatte. Die bis an die Oberfläche tretende Kohlenschicht fing an zu brennen. Erschrocken eilte der Hirte in die Stadt und erzählte, dass der Berg brannte.

Nach der Errichtung der ersten Siedlung wurde von der Spende der Einwohner auf der kleinen Waldwiese, wo die Straße die Siedlung erreichte, eine kleine Kapelle gebaut. Mit dieser Kapelle hatten die Familien dem Allmächtigen ihren Dank ausgedrückt, dass sie mit ihrer Wanderung endlich am Ende waren, einen Arbeitsplatz und ein Heim für ihre Familien bekamen.

Die am 15. Oktober 1944 im Radio verlesene Proklamation von Horthy gab bekannt, dass er von der Sowjetunion einen Waffenstillstand verlange, nach dieser Radiorede hoffen viele Millionen Menschen, dass nun der Krieg bald zu Ende sei mit seinen Grausamkeiten und Opfern, leider kam es nicht so. Um diesen Plan zu vereiteln, haben deutsche Truppen und die Pfeilkreuzler in ein paar Stunden, ohne Widerstand die Hauptstadt in ihre Macht gebracht. Sie besetzten das Radio und die öffentlichen Gebäude, sowie die Kasernen.

Vor 2000 Jahren, oder vielleicht auch früher, lebte ein alter Hirte in den Bergen. Morgens nahm er seinen Ranzen und seinen Krummstock und wanderte mit der Herde die Hänge hinauf. Unterwegs pflückte er seinen Enkeln Blumen oder Erdbeeren. Vom Frühjahr bis zum Herbst ging das so.

In Transdanubien, Stuhlweissenburg und in der Umgebung vom Plattensee wurde noch heftig gekämpft zwischen der sowjetischen Befreiungsarmee und der ungarisch-deutschen Verteidigungsarmee. Zum Zeitpunkt der Konferenz von Jalta hielten noch die erbitterten Kämpfe auf ungarischem Boden an.
Am 23. Jänner 1945 verließ das amerikanische Kriegsschiff "Quincy" mit Präsidenten Roosevelt und seinem Gefolge an Bord die Vereinigten Staaten. Auf der Insel Malta im Mittelmeer stieg der britische Premierminister Churchill und seine Begleitung dazu. Diese Delegation fuhr nach Jalta, auf die Halbinsel Krim in der Sowjetunion.

Im westlichsten Grenzteil von Ungarn zwischen Bergen und Mischwald liegt die Siedlung, von der hier berichtet werden soll. Das Brennberger Tal ist eines der schönsten Gebiete in den Ödenburger Bergen.
Sowohl geographisch wie auch botanisch gehört die Gegend zur subalpinen Zone.
1752 wurde hier die Stein-Braunkohle entdeckt. Ein Jahr darauf haben unsere Vorfahren hier die erste namenlose Siedlung gegründet. Daraus entwickelte sich die heutige Siedlung und bekam im Jahre 1793 den Namen Brennberg.

Unter dem vergangenen Regime hatten die Menschen in der Siedlung viel zu erdulden, nach dem 2. Weltkrieg wurde daher die Staatsschutz-Organisation gegründet, ihr verkürzter Name war AVO. Diese Organisation wurde mit der Aufklärung und Abwehr der Regimegegner der ungarischen Demokratie betraut, um die politische und öffentliche Sicherheit zu schützen. Man hatte nicht das Gefühl der Beschützung, es herrschte eher Angst und Einschüchterung.
Militär und Polizei liessen sich in Brennberg nieder sie sorgten für die Unterdrückung der Volksdeutschen in Brennberg. Besonders hart ging man auf die Bürger los, welche einst einer Partei angehört oder eine führende Position ausgeübt haben. In der Siedlung durfte nur ungarisch gesprochen werden, dies traf die Menschen im Tal schwer, weil die deutsche Sprache gängig war, es herrschte Furcht und die Stimmung war gedrückt.

Durch den Beginn des Kohlenschürfens begann auch die Entwicklung der Siedlung. Eine Holzwohnhütte nach der anderen wurde aufgestellt. In zwei Jahren stand die erste namenlose Siedlung im heutigen Alt-Brennberg. Dieser Wildwuchs bei der Siedlungsentstehung sorgte für viele Probleme: die größte Sorge der Siedlung war die Gesundheitspflege, die meisten Krankheiten entstanden durch Infizierung, schlechtes Trinkwasser, mangelhafte Körperreinigung, verdorbene Lebensmittel und die eintönige Verpflegung, welche zu Vitaminmangel führte. Hinzu kamen noch die Unfälle am Arbeitsplatz, Komplikationen bei Geburten und die Kinder ohne Aufsicht.

Manchmal denke ich an meine Kinderzeit zurück, dann erscheinen mir aus der Vergangenheit viele alte Erinnerungen. Als unsere Ahnen hier, in diesem Tal angesiedelt wurden, gab es noch kein Radio, welches über die neuesten Tagesnachrichten berichtet hätte.
Bücher und Tageszeitung gab es, doch von dem Bergmannsgehalt langte es nicht, solche zu kaufen. Und wenn doch jemand eine Zeitung kaufte, konnte er nichts anfangen damit. Denn von den Einwohnern der Siedlung konnte kaum jemand lesen. Darum wurden Nachrichten und Neuigkeiten nur mündlich weitergegeben.

Das Brennberger hügelige Tal ist mit Laub und Nadelwald bedeckt. Die Ufer der Bäche sind von Wiesen, Erlenbäumen und Haselnusssträucher gesäumt. Diese hügelige Waldlandschaft wurde unter dem Namen "Egered" (Agaren - Egreed) zum ersten Mal im Jahre 1284 in der Chronik erwähnt. Magister István Küllői hat für seine Verdienste, welche er als Gesandter zum österreichischen Herzog Albrecht erworben hatte, das Egereder Gut von Ladislaus IV. als Geschenk  für seine Verdienste erhalten.
Wegen dieses Egereder Gutes gab es im Laufe der Zeit oft Prozesse. Zwischen den Burgherren wurde sogar darum gekämpft. König Matthias machte diesem Streit ein Ende, indem er am 30. Mai 1475 Egered in das Ödenburger Burggut eintragen ließ.

Zu Beginn des Kohlenbergbaues im Jahre 1753 wurde die Kohle im Tagebau auf 5-8 Joch gefördert,, dies geschah im heutigen Alt-Brennberg bei der Spitalkolonie. Außerdem gab es noch zwei Tagebaustellen im Jahre 1920, die gute Hoffnung I und 1946 die Gute Hoffnung II.
Das Schürfen wurde zu jener Zeit ohne mechanische Hilfsmittel, mit der Hand und mit Handwerkzeugen betrieben. Daher konnte man die tiefer gelegenen Kohlenflöze nicht abbauen.

Die Schwestersiedlung von Brennberg ist die Helenen-Schacht Siedlung. Terrainmäßig gehört sie zu Österreich, zur Ritzinger Gemeinde. Die Bergbau-Vergangenheit des Helenen-Schachtes ist fast so alt, wie die von Brennberg, nur vom Helenen-Schacht gibt es sehr wenig Aufzeichnungen.
Die Helenen-Siedlung liegt südlich von Brennberg, und nur der Dieber und Hochriegel trennt sie von Ungarn. Ihre Landschaft ist mit der Brennberger vergleichbar: mit Wald bedeckte Berge. Auf ihrem Höhenzug entlang zieht sich die ungarisch-österreichische Staatsgrenze.

Die vergangenen 200 Jahre des Brennberger Kohlenbergbaues erinnern an die Kämpfe der Bergleute. Ein Kampf um ihre Arbeitsplätze und ums Überleben der Familien. Fortwährender Kampf in der Tiefe der Grube gegen die Gefahr, an der Erdoberfläche gegen die Ausbeutungen des Herrscherregimes.
Vor Beginn des Kohlenbergbaues (1753) gab es anderthalb Jahrhunderte lang kein Gesetz, welches das Recht der Bergleute sicherte. Die Bergleute kannten nur ihre Pflichten und natürlich, dass sie dem Pächter des Bergwerkes treu dienen müssen.

In Deutschland in Bayern, in der Nähe der Stadt Regensburg gibt es eine namensgleiche Schwestergemeinde, die ebenfalls "Brennberg" heißt. In deutschem Brennberg ist nach Erzählung von Anton Spitzner folgendes geschehen:
Nach einer Theaterprobe saßen wir - die Schauspieler des Waldler Bauerntheaters Brennberg - im Gastzimmer unseres Vereinlokals "Zur Burg" beisammen. Der Kalender zeigte den 21. April 1976. Der Brennberger Postbote Hans Dirscherl - ein freundliches und stets zünftiges Persönchen - war nach einem beschwerlichen, kilometerweiten Weg ebenfalls zum Ausrasten dort eingekehrt.

Nach der Errichtung der ersten Siedlung lebten die Einwohner in unmenschlichen Verhältnissen. In einer kleinen Holzhütte lebten 8-10 Personen zusammen, weil die Bergbaufamilien kinderreiche Familien waren. Ihre Kleidung war ärmlich, die Nahrung eintönig und wenig.
In der Siedlung gab es weder Schule, noch Kirche. Die ärztliche Versorgung fehlte. Im Falle einer Krankheit versuchte man, mit gesammelten Kräutern zu helfen oder die Schmerzen zu lindern.

Am Ende des 19. Jahrhunderts hörten die Brennberger Einwohner schon über die modernen Fahrzeuge. Das Ödenburger Tagesblatt schrieb manchmal einen Artikel über das mit Benzin betriebene Motorrad und das Automobil und mit welchen hohen Geschwindigkeiten diese Fahrzeuge auf den Landstrassen fahren.
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