Der Mehrsprachigkeit eine Chance!

So etwa lautet der Arbeitstitel eines Schulprojektes zwischen den Volksschulen Schattendorf und Agendorf. Nun ja, Mehrsprachigkeit – in der Schule gibt es ja Fremdsprachen: Englisch oder Französisch, als Freigegenstände noch einige andere. Aber im Großen und Ganzen halt eben nur als Lehrfächer. Ob Englisch nun in den Schulen gelehrt wird oder nicht – im Alltag begegnet uns diese Sprache auf Schritt und Tritt. Was wird nicht alles auf englisch angepriesen!? Eben! So lernen wir Älteren halt einige Begriffe und Wörter dieser Sprache, beherrschen auch einige Redewendungen – aber im Großen und Ganzen ist es halt eine Sprache der Jugend!

 
 

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Und nun wird hier in den zwei Gemeinden der Ödenburger Pforte Ungarisch bzw. Deutsch als jeweils zweite Sprache in der Schule forciert. Engagierte, weitblickende Pädagogen – in Agendorf Csernus Kristina, in Schattendorf der neue Direktor der Volksschule, Josef Bernhard - haben sich zu diesem bestimmt nicht einfachen Projekt entschlossen. Sie wollen den Kindern beiderseits der Grenze eine Chance einräumen – in Zukunft diesem Raum, in dem es dann eine Freude ist, zu leben, die Fremdheit der Sprache zu nehmen. Es wird davon ausgegangen, dass man das schätzen und lieben lernt, was man auch versteht und wo man sich verständigen kann. Und das nicht nur einseitig („Wozu ungarisch lernen, die Ungarn sprechen doch alle deutsch!“), sondern mit beiden Sprachen zu leben. Ein Traum?

Nun, Martin Luther King hatte ebenfalls einen: „I have a dream!“ Was würde er jetzt wohl sagen, wenn er den neuen Präsidenten Amerikas im Amt sehen könnte? Eben!

Und so wurde am 21. Dezember 2008 der erste Tag der Projektarbeit in die Tat umgesetzt.

In der Schattendorfer Pfarrkirche wurde ein gemeinsames Adventkonzert der beiden Volksschulen veranstaltet. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, an den Seiten der Kirchenbänke standen Menschen, sie alle wollten dabei sein, wenn erstmals seit etwa 90 Jahren wieder gemeinsam gefeiert, gesungen und gespielt wurde. Was für ein Termin hätte sich besser dazu geeignet als die Vor-Weihnachtszeit. In der vom Frieden, von der Gemeinsamkeit aller Menschen gesprochen wird? Die Kinder (und Lehrkräfte) der beiden Schulen haben gezeigt, was sie darunter verstehen: Miteinander alle Barrieren abzubauen, egal, ob Draht, Beton oder Sprachen. Gerade wir hier in dieser Region, die wirtschaftlich doch etwas abseits aller Zentren liegt, müssen lernen, mit Toleranz und Verständnis umzugehen.

Über dieses Projekt möchte ich laufend berichten, für diesmal soll es genug sein – wünschen wir uns, dass Träume Wirklichkeit werden.

 

  Euer rasender Reporter

 

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