"Wo liegt denn eigentlich dieses Harkau?" Ich finde es auch auf der neuesten und besten Autokarte nicht! So mögen die Leser fragen, die nicht aus Harkau oder seiner Umgebung stammen. Leider findet man den Namen auf keiner neueren Landkarte, denn seit 1947 wurde sogar der Name des Dorfes ausgelöscht, das früher Jahrhunderte, ja über ein Jahrtausend von Deutschen bewohnt war. Es wurde nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung in "Magyarfalva" ("Ungarndorf") umbenannt.

Diese Frage ist schwer zu beantworten. Wenn ich trotzdem versuche, eine annehmbare Antwort zu finden, so deshalb, weil diese Frage schon viele Menschen, auch Generationen vor uns, beschäftigt hat. Die ersten uns bekannten Urkunden, in denen der Name unseres Dorfes vorkommt, sind lateinisch geschrieben. Wie an anderer Stelle ausführlich bereitet, erscheint der Name Harka 1245, bzw. 1257 erstmals in Urkunden. Das Dorf und damit sein Name ist natürlich viel älter. In diesen lateinischen Urkunden wird der Ort fast immer als "Harka" (Harca, Harcha), die Adeligen - beide Familien - "de Harca", "de Harka" (die von Harka) bezeichnet. Diese lateinische Bezeichnung wurde auch von den späteren ungarischen Behörden beibehalten, bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. In den deutschsprachigen Urkunden finden wir verschiedene Schreibweisen des Ortsnamens, wie: Hargha, Hargka, Hargkau, Harkau, usw. Eigentlich gibt es zwei "Erklärungen", woher der Name des Ortes stammen könnte, die "ungarische" und die "deutsche" Version, wie ich sie der Einfachheit halber bezeichnen möchte.

Im großen und ganzen können wir sagen, daß unsere Heimat ein sehr gutes, gesundes Klima hat. Die Einwirkungen des "Kontinentalklimas" sind schon stark spürbar. Es regnete nicht so häufig wie in Baden-Württemberg, z.B. die Sommer sind meistens wärmer und viel trockener als hier, was die bäuerliche Bevölkerung auch dazu veranlaßte, mehr Getreide anzubauen, das meistens vor Eintritt der Trockenheit reifte. Meistens gab es einen sonnigen, trockenen Herbst, so daß die Trauben gut reifen und süß werden konnten.

huegelgrab 02Die älteste Geschichte unserer Heimatgemeinde ist - wie die so vieler Gemeinden - in Dunkelheit gehüllt. Doch haben wir dank intensiven Forschens sehr viele geschichtliche Zeugen, die als Funde in unserer Gemarkung, auf unserem "otter" oder aus der Umgebung ans Licht befördert wurden. Da es keine schriftlichen Zeugnisse aus dieser Zeit geben kann, sind wir auf Funde angewiesen. Die ältesten Funde menschlicher Kultur stammen in unserer Gegend aus der Jungsteinzeit (Neolitikum, 4000-2500 vor Christus). Geschliffene Stein- und Knochenwerkzeuge sowie irdene Gefäße wurden in der Nähe des Neusiedler Sees gefunden. Stärker besiedelt war unsere Gegend, den Funden nach zu beurteilen, in der Bronzezeit (2500-1500 v. Chr.). Ein Volk, das dem Badener Kulturkreis angehörte (so benannt nach den Funden im Baden bei Wien!), hatte sich hier niedergelassen. Diese Menschen blieben schon an ihre Umgebung gebunden, beschäftigten sich nicht nur mit SammIertätigkeit und Jagd, ernährten sich nicht mehr nur von Beeren, gefangenem Wild und Fischen, sondern erzeugten schon selbst Lebensmittel, indem sie anfängliche Landwirtschaft (und Viehzucht) trieben. Darauf weisen versteinerte Hacken und Geweihe hin, die in Zinkendorf, Kroisbach, Steinerbruckl und Mörbisch gefunden wurden. Ihre Geräte waren auch noch aus Stein, Knochen und wahrscheinlich aus Holz, aber sie kennen schon die Bronze, die sie aber anfangs nur zum Anfertigen von Schmuck verwenden.

Die Ausläufer der östlichen Alpen reichen bis Harkau. So vielfältig wie die Oberfläche der Harkauer Gemarkung, so verschieden ist auch der geologische Aufbau seines Bodens. Es gibt Berge, Hügel, Täler, Terrassen, Niederungen und flache Gebiete im Harkauer Hotter. Geologisch gesehen sind vom Urgestein bis zum Schotter, Löß, feinster Sand alle Bodenarten vertreten. Geologisch können wir unsere Gemarkung in zwei Teile teilen. Das von einer Linie zwischen Himmelsthron und Kogelberg südlich sich ausbreitende Gebiet gehört geologisch zur Landseer Bucht und das nördlich von dieser Linie sich befindliche Gebiet gehört geologisch zur Eisenstädter Senke.