Die "Marktflecken" (die Bezeichnung kommt schon bei Luther vor!) bildeten juristisch einen Übergang zwischen Dorf ("villa") und Stadt ("civitas"). Ihre geschichtliche Entwicklung können wir in Ungarn (nach Dr. Horvath) in drei Abschnitte einteilen.

Unsere Landsmännin Eta Prückler-Poch schrieb mir einmal, während ihr Vater Richter war, mußte ein Ingenieur viele Vermessungen im Harkauer Hotter (= Gemarkung) durchführen. Der Vermessungsing. sagte ihnen einmal: "Die Harkauer Flurnamen sind die schönsten in der ganzen Umgebung Ödenburgs". Eta schreibt: "... er mußte es ja wissen, da er in allen Gemeinden der Umgebung Vermessungen vornahm und perfekt deutsch sprach". Nun vielleicht hatte der Vermessungsingenieur recht, vielleicht ist das aber auch nur ein subjektives Urteil.

Nachdem Harkau aufgehört hatte "Stadtdorf" zu sein, die Bauern keine "Untertanen" sondern ihre "eigenen Herren" geworden waren, behielt jeder Harkauer das Feld, das er vorher auch besessen hatte. Ob es größere oder kleinere Äcker waren, innerhalb der Gemarkung hatte sich diesbezüglich nichts geändert. So hatte z. B. jeder Bauer einen "Hannifacker" (Hanfacker); denn jeder Bauer hatte Hanf anbauen müssen, um "das Gespunst" (das Gesponnene) abliefern zu können.

Wie bereits erwähnt, hatte Harkau früher auch verkehrsmäßig eine günstige Lage. Eine alte Bauern, ihr Gemeindevorstand, Römerstraße führte einige hundert Meter westlich an Harkau vorbei und wurde von den Harkauern "die alte Straße" genannt. Vor Jahrhunderten wurde aber eine Straße durch den Ort geführt, so daß die Händler und die Marktbesucher aus dem heutigen südlichen Burgenland alle durch Harkau zogen, wenn sie die Märkte in Ödenburg besuchten.