Wie ich es bereits bei den Schulverhältnissen geschildert habe, konnte sich Ungarn mit der Zerstückelung ihres Landes durch den Trianoner Friedensvertrag, im Jahre 1920, niemals abfinden. Alle Bestrebungen der Magyaren gingen dahin, den Vertrag zu revidieren. Darum wurde die Jugend in der Schule und die obligatorische "Jugendorganisation Levente" im Geiste der "Irredenta" erzogen, der in Sprechchören hörbar, in den Aufdrucken der Schulhefte überall zum Vorschein kam: "Nem, nem soha" (zu deutsch: Nein, nein, niemals!- werden wir uns mit diesem Friedensvertrag abfinden). Diesem Geist huldigte auch jede Regierung des Landes, egal wer Ministerpräsident war.

Werfen wir noch einen Blick auf das von ihren Männern und ihrer männlichen Jugend beraubten Harkau im letzten Kriegsjahr, im Winter 1944/45 ! Wie bereits erwähnt, wurden im September 1944 die männliche Jugend ab 17 Jahre und die Männer bis 50 Jahre einberufen. Die restliche Arbeit auf dem Felde und die Weinlese wurde von den Frauen und den älteren Männern verrichtet. Es halfen auch die auf kürzere oder längere Zeit in Harkau untergebrachten Volksdeutschen, die sich vom Inneren des Landes auf der Flucht befanden.

Die Lasten und Schrecken des Krieges sollten für die Harkauer, die ja in Ungarn wohnten, erst mit Beginn des Krieges mit der Sowjetunion beginnen! Dr. Weidlein schreibt unter anderem dazu: "Die Dynamik der Ereignisse riß im Jahre 1941 auch Ungarn in den Krieg... die Aussicht auf Zurückgewinnung weiterer altungarischer Gebiete...