Die Stadt als Grundherr legte genau fest, nach so und so viel Grund mit Haus, "Lehen" genannt, muß der Untertan jährlich so und so viele Tage mit Vieh oder mit Handarbeit unentgeltlich für die Stadt arbeiten, "Robath" oder "Frondienst" leisten. Außerdem mußten sie jährlich bestimmte Abgaben an die Stadt entrichten. Die Abgaben waren an Martini, den 11. November (Martinsgans!) und am Georgitag, 24. April jedes Jahr fällig. So notierte z. B. der Stadtkämmerer Thomas Schadendorfer im November 1427: "Item das wizgelt zu Harka daz macht XXII phünt alle jar pankharter gelt", das heißt, daß die Harkauer an Martini 22 Pfund Zins (Steuer) an die Stadt bezahlten.

Die Liste von 1558 trägt folgende Überschrift: "Untertanen Zu Harkau gueter, den 22. februari ab 1558 beschrieben, zahlen von Jerg (Georgitag) bis Michaelije 4 Denar?" Folgende "Untertanen" mit halben Lehen sind aufgeführt:
 
Jerg Koler, Caspar Steubern, Michael Zign, Clement Haberler, Lorentz Payerl, Veith Wagner, Peter Zogger (=Zacker), Thomas Haberler, Georg Zogger, Jerg Plöchl, Urban Einer, Ulrich Pauer, Wolfl Mertl, Wolfram Herbst, Christian Lang, Blasy Taschner, Stephan Hetzger, Hans Zign, Andre Cuntz, Max Kammerer, Mert Hetzger, Partl Pair, Lorentz Zign, Christoph Pau- schen, Nicel Haberler, Matthias Dreyßl, Gall Gratzl, Bernhard Haberler, Michael Krenner, Christian Weiß, Christoph Pällisch, Michael Paur, Andre Roßner, Veith Kerbl (Kolb?), Caspar Murschier (Murphler?).

(anhand von Archiv-, Testament- und Taufmatrikeleintragungen)
 
Wie bereits erwähnt, liegen uns die ersten schriftlichen Aufzeichnungen über die Harkauer Einwohner, deren Familiennamen aus dem Jahre 1451 vor. Vorher wurden nur Ulrich Herb (1427), Paul u. Jörg Lang (1428) und Stephan Tumshyren (1428) genannt. In dieser Namensliste der "Harkauer Untertanen" von 1451, die die Königl. Freistadt Ödenburg, 22 Jahre nach ihrer Besitznahme des Dorfes, zusammenstellte, finden wir unter den 34 Lehensbauern zwei Familiennamen doppelt (Dorner u. Laurenz), einen dreimal (Zacker oder Zogger) und einen viermal (Rot oder Rat). Die 24 Familiennamen waren im 20. Jahrhundert schon alle verschwunden. Zuletzt starb der Name Haberler aus. Die letzte dieses Namens, Susanna Haberler, verheiratete Eckel, die Schwiegermutter von Tobias Reitter, starb 1933).

Der letzte Harkauer Einwohner, der 1946 nicht vertrieben wurde, Herr Gottlieb Payer, ist im Oktober 1997 im Alter von 79 Jahren verstorben, nachdem Gisela Korlath, geb. Schindler, schon im April 83-jährig das Zeitliche gesegnet hat.

Bekanntlich mussten in Harkau 1946 nur drei Familien die Heimat nicht verlassen, sie waren ja fast alle Landwirte. Anders war es in Agendorf, wo ein großer Teil der Bevölkerung, die in Brennberg arbeitete, bleiben durfte, auch wenn sie deutscher Muttersprache waren. Denn die Bergarbeiter wurden ja dringend benötigt.
 
Nachdem in Harkau auch viele Häuser abgerissen oder umgebaut wurden, können nur noch der Friedhof und die beiden Kirchen als "Zentrum" der Heimat angesehen werden. Die katholische Kirche - eine der ältesten Kirchen Westungarns, steht unter Denkmalschutz und wurde 1970 vom ungarischen Staat generalüberholt. Die evangelische Kirche wurde und wird von den Heimatvertriebenen in Deutschland laufend renoviert. Besonders Charlotte Kammer (1978) und Andreas Schindler (1994) zeigten und zeigen große Opferbereitschaft.

Gegenwärtig muss ein Teil des Dachgebälks der Kirche für ca. 2 Mio. Forint erneuert werden.
 
Andreas Schindler , April 1998