"Wandorf ist ein Unikum. Dies ist auch aus der Geschichte der Gemeinde ersichtlich. .... Ich konnte nicht objektiv sein, wo ich doch zum größten Teil mein elf Jahre andauerndes Ringen mit dieser eigenartigen Gemeinde beschreiben mußte. Manchmal ärgerte ich mich über sie und hielt die Lage für unerträglich. Heute liebe ich besorgt diese Gemeinde, öfters noch verwundert über ihr Unikumwesen, und staunend kann ich mit einer verständnisvollen Liebe sagen: Es gibt nur ein Wandorf."
Prof. Pröhle (1950), übersetzt aus dem ungarischen von Matthias Ziegler
 

 

 

a) Die Neuorganisierung der Gemeinde.
In den letzten Jahren mußte die Gemeinde teils wegen der Aussiedlung, teils wegen der durch die Revolution bedingten Veränderungen auf persönlicher und materieller Linie neu organisiert werden. Im Jahre 1947 wurden manche Ämter neu besetzt. Von 1944-1946 war der Stuhlrichter Elmar Molnár unser Kircheninspektor.

Pfarrer Pröhle unterrichtete seit 1948 an der Theologischen Akademie in Sopron. Er wurde dann auch als ordentlicher Professor gewählt. Er wohnte dabei in Wandorf und betreute noch die Gemeinde. Als aber die Theologische Fakultät Ende 1951 nach Budapest verlegt worden ist, dankte er von seinem Pfarramt ab. Am 1.1.1952 wurde dann ich zum Pfarrer der Wandorfer Gemeinde berufen. Mit dem Pfarrerwechsel kam erneut eine Neubelebung in das Gemeindeleben. Man sagt halt: "Ein neuer Besen kehrt gut". Ich war da eben der neue Besen. Die kirchlichen Veranstaltungen, Gottesdienste, Bibelstunden, Mädchenstunden wurden gut besucht.
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