Im Jahre 1663 erhielt unsere Kirchengemeinde in Matthias Rosner wohl ihren bisher bedeutendsten Geistlichen. Matthias Rosner war der Sohn des Ödenburger Bürgers Johann Rosner und seiner Ehegattin Magdalena und wurde am 12. Februar 1637 in Ödenburg geboren. Seine Ehefrau hieß Regina Justina Maurer und war die verwaiste Tochter eines gewissen Johann Maurer (gemeinen Pflegers eines Freiherrn Adam Benier) und seiner Ehegattin Sabine geb. Rupp.

wa deg15aa) Persönliches
Nach Pfarrer Fleischhackers Tod im Jahre 1893 wählte die Gemeinde Edmund Scholtz, 1869 in Oberungarn (Zips) geboren, zu ihrem Pfarrer. Zwei Jahre war er Kaplan seines Vorgängers und 45 Jahre Geistlicher der Kirchengemeinde. Unter seinen Zeitgenossen gehörte er zu den Hervorragendsten.

wa deg15ca) Die Verselbständigung der Gemeinde


1. Die Beauftragung des Pfarrvikars Karl Pröhle

Die Kirchenleitung benutzte die Pensionierung Edmund Scholtz' zur Vollziehung der Verselbständigung Wandorfs. Die Generalversammlungen von Diözese und Seniorat sprachen sich schon 1938 für die Notwendigkeit der Verselbständigung Wandorfs aus.

Senior Ludwig Ziermann kam am 11. November 1938 in die Gemeinde, damit er sich über die allgemeine Stimmung orientieren konnte. Er empfahl der Gemeinde die Verselbständigung damit, dass der am Ort wohnende Pfarrer den einzelnen Gemeindegliedern in allem ein Ratgeber und Betreuer sein werde und dass die Verselbständigung die Gemeinde nicht weiter finanziell belasten würde, im Gegenteil, denn der Fuhrlohn für den Pfarrer fiele ja in Zukunft weg. Die Stimmung der Anwesenden war zu- rückhaltend, denn viele waren wegen der eventuellen Lasten doch be- sorgt. Bischof Kapi versetzte den Pfarrvikar Karl Pröhle mit Wirkung vom 1. Januar 1939 nach Wandorf und beauftragte ihn mit der selbständigen Leitung der Gemeinde als Prediger, Seelsorger und Kirchengemeinde- Verwalter. Er erhielt somit in Wandorf einen selbständigen Wirkungs- kreis. Nach Agendorf wurde gleichzeitig Paul Beyer als Pfarrstellenvertreter gesetzt. Pröhle war von ihm unabhängig, nur die Angaben für die Matrikel musste er bis zur Verselbständigung nach Agendorf melden.

kalchbrenner josef-1a) Seine Wahl, Besoldung und Einführung
Die Kirchengemeinde war nun darauf bedacht, Harnwolfs Stelle mit einem würdigen Nachfolger zu besetzen. Bei der am 12. Januar 1.810 anberaumten Wahl, bei der die Herren Gottlieb Gamauf, Senior in Ödenburg, Senioratsnotar Waltersdorfer von Kobersdorf, Seniorat-Koinspektor von Artner und der Lokalinspektor von Torkos anwesend waren, wurde von vier Kandidaten Josef Kalchbrenner mit großer Stimmenmehrheit gewählt

a) Personalien
Nachdem Pfarrer Kalchbrenner Agendorf verlassen hatte, trat das Pfarramt schon im Dezember desselben Jahres sein Nachfolger Andreas Josef Gamauf an. Er war gebürtiger Ödenburger und bekleidete früher in Ragendorf (Wieselburger Komitat) das Pfarramt. Pfarrer Gamauf wurde als Sohn des Ödenburger Pfarrers Samuel Gamauf am 23. Februar 1772 in Ödenburg geboren und kam demnach schon als gesetzter, erfahrener Mann und Familienvater nach Agendorf.