Während die langwierigen Verhandlungen und Prozesse über die Verwirklichung der Leibeigenen-Befreiung weiterliefen, wandte sich das öffentliche Interesse der außenpolitischen Entwicklung zu.
 
Wegen der Vormachtstellung im "Deutschen Bund" gerieten Preußen und Österreich in einen kriegerischen Konflikt. Die Entscheidung fiel in der Schlacht bei Königgrätz im Jahre 1866, die für Österreich verloren ging.

Der Aufbau des Volksbundes erfolgte erst im Frühjahr 1939, nachdem der Posten des Ministerpräsidenten von Imredy an Graf Teleki überwechselte.
 
In der ungarischen Öffentlichkeit war der Volksbund, der anfänglich nur ein Kulturbund war, ein radikaler Verband. War diese Radikalität nicht die Folge der schleppenden, hinhaltenden und somit verfehlten Minderheitenpolitik der ungarischen Regierung? War nicht die staatlich gelenkte und geförderte Assimilierung der deutschen Bevölkerung Schuld an dieser Entwicklung?

Das Denkmal hat der Zeichenlehrer Josef Mechle entworfen, Professor am Lehrerseminar in Ödenburg. Gestaltet wurde es vom Ödenburger Steinmetzmeister Béla Mechle. Unter der Statue hat er die zweite Zeile vom Lied "Ich hatte einen Kameraden" eingraviert: "Er liegt mir vor den Füßen". Auf der Vorderseite zur Straße steht der Text: "Zur Erinnerung an unsere tapferen Söhne, welche im Weltkrieg 1914-18 den Heldentod erlitten:"

Ungarn hat nun im außenpolitischen Zusammenspiel mit Deutschland sein Ziel teilweise erreicht: Die Revision der Trianoner Grenzen. Die südliche Slowakei wurde bei der Zerschlagung der Tschechoslowakei im März 1939 von den Ungarn besetzt. Der Wiener Schiedsspruch von 1940 brachte ihnen Nordsiebenbürgen ein. In diese hoffnungsvolle Stimmung platzte dann das Protokoll über die deutsche Volksgruppe, die das Verhältnis des Volksbundes zu Ungarn regelte. Der inzwischen ausgebrochene Zweite Weltkrieg am 1.9.1939 berührte Ungarn zunächst nicht unmittelbar.

Durch die Folgen des Krieges lag Ungarn militärisch wie wirtschaftlich am Boden. Das Volk hungerte und hat seinen bisherigen Autoritäten - soweit es solche noch gab - den Gehorsam verweigert. Die Kommunistische Zentrale in Rußland sah nun den Augenblick gekommen, ihre Herrschaft auch in Ungarn zu etablieren. Sie schickte die Kommunisten Béla Kun und Tibor Szamuelly nach Ungarn, die mit Hilfe der unzufriedenen Massen am 21. März 1919 die Regierung Klirolyi stürzten.

Noch in der Phase des deutschen Vormarsches besetzte Ungarn bei der Zerschlagung Jugoslawiens im Jahre 1941 das südliche Ungarn (Délvidék) und trat in demselben Jahr gegen Rußland in den Krieg ein. Ungarn berief seine Reservesoldaten ein.

Die Siegermächte (England, Frankreich, Italien) schlossen zuerst mit Österreich den Friedensvertrag in St. Germain. Darin wurde der These vom Selbstbestimmungsrecht der Völker entsprechend das überwiegend von Deutschen bewohnte Burgenland Österreich zugeteilt. (Zusammensetzung der Bevölkerung nach der ungarischen Volkszählung von 1910: Deutsche 68,5 ~( Ungarn 18,1 %, Kroaten 10,2 %, Slowenen 3,2 %). Die Abtretung und Übergabe des Burgenlandes, einschließlich Ödenburg, an Österreich mußte auch im Friedensvertrag mit Ungarn festgelegt werden. (Trianon). Dieser Vertrag wurde wegen der Wirren in Ungarn erst am 26. Juni 1920 unterschrieben. Erst nach einem Jahr am 27. Juli 1921 hat er Rechtskraft erlangt.

Nun war Ungarn darauf aus, das Abstimmungsgebiet mit allen Mitteln zu halten. Es mobilisierte alle Kräfte, die dazu beitragen konnten. Sein großer Vorteil war, dass es das Gebiet besetzt hielt, die Grenzen zu Österreich hermetisch abriegeln konnte, die ungarischen Behörden den Auftrag erhielten, die Abstimmung zu organisieren und die wichtigen Abstimmungslisten zu erstellen. Diese Vorteile nutzten die Ungarn auf ihre Weise und oft mit unlauteren Praktiken. Eine besondere Rolle spielten dabei die Studenten der Ödenburger Forst- und Bergakademie, die im Zusammenspiel mit dem Ödenburger Bürgermeister (Dr. Thurner), dem ungarischen Agitationskomitee, der ungarischen Armee und anderen nationalen Kräften eine Atmosphäre schufen, die sich zum Nachteil Österreichs auswirken mußte.

Nach dem Einmarsch der Russen ließen die befürchteten Übergriffe nicht lange auf sich warten. Pfarrer Karl Pröhle schrieb dazu: "Plünderungen und Frauenschändungen waren besonders in den ersten Tagen allgemein. Mädchen und junge Frauen hielten sich im Keller auf und mußten sich oft von Hof zu Hof verkriechen." Die junge Wandorferin Frieda Fürst mußte im elterlichen Haus sterben, weil sie sich der Vergewaltigung widersetzte.

Diese Zeit ist gekennzeichnet durch die Volkstumskämpfe. Die Gemeinden, die durch ihr Votum für Österreich den Willen bekundeten, ihr Deutschtum zu bewahren, gerieten in Widerspruch zur ungarischen Staatsidee, die ein national einheitliches Staatsvolk zum Ziele hatte.

Und in der Tat gestaltete sich das Schicksal der Ungarndeutschen im Interessenkonflikt zwischen Deutschland und Ungarn.
 
Infolge der Gebiets- und Bevölkerungsverluste nach dem 1. Weltkrieg steigerte sich das ungarische Nationalgefühl bis hin zum Rassegedanken (Turanismus). In dieser Atmosphäre gewann der Revisionsslogan "Maradhat ez igy? Nem, nem, soha!" zu deutsch: Kann dies so bleiben? Nein, nein, niemals! auch in der offiziellen ungarischen Politik immer mehr an Bedeutung. Gemeint war die Revision (Änderung) des Friedensvertrags von Trianon.