Die französische Revolution brachte mit ihren Parolen: "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" auch in unserer Gegend etwas Verwirrung. Doch ehe diese Parolen Verbreitung finden konnten, trugen die französischen Revolutionsarmeen ihre Freiheitsideen mit Waffengewalt über ihre Landesgrenzen. Hatten die Franzosen die ungarischen Aufstände bisher nur mit Geld unterstützt, traten sie nunmehr unter dem Befehl Napoleons gegen Preußen und Österreich an. Über Oberitalien, wo sie die Österreicher besiegt hatten, rückten sie gegen Wien vor. Wie in der Vergangenheit erfüllten die Ödenburger und die Stadtdörfer auch diesmal ihre vaterländische Pflicht zur Abwehr des Feindes. Sie stellten freiwillige Rekruten und eine Anleihe von 15 000,- FI. zur Verfügung. Darüber hinaus stellten sie große Mengen an Proviant und andere Güter. Der Kaiser und König hat das Adelsaufgebot aufgerufen und Széchenyi hielt im Rathaussaal eine zündende Rede zur Landesverteidigung. Erzherzog Josef und seine Gemahlin hielten sich damals ebenfalls in Ödenburg auf. Man kann sich das rege Leben in der Stadt mit den ungarischen Adligen vorstellen. Es sollte drei Monate dauern, dann wurde zwischen Österreich und Frankreich am 9.2.1801 Frieden geschlossen. Durch die Einquartierungen und der zu leistenden Naturallieferungen kam große Teuerung auf. Dennoch wurde die Thronbesteigung Franz I. bejubelt.

Neben der wirtschaftlichen Entwicklung nahm auch das Kulturleben beachtliche Fortschritte, was auch auf die Stadtdörfer ausstrahlte. Das im Jahre 1769 gegründete deutsche Theater war eine mustergültige Kulturanstalt. Das Haus wurde im April 1770 von Kaiser Josef II. beehrte, was sehr aneifernd wirkte. Im Theaterorchester wirkte Franz von Suppé als 1. Geiger mit, bevor er in Wien seine Karriere fortsetzte. 1820 trat Franz Liszt im Kasino erstmals vor die Öffentlichkeit. Er kam später noch zweimal nach Ödenburg und gründete die "Franz-Liszt-Musikschule", aus der hervorragende Künstler hervorgingen: Luise Liebhart, die gefeierte Primaballerina der Wiener Hofoper, der berühmte Geiger Karl Goldmark und die sächsische Kammersängerin Schuh-Proßke.

Die ungarischen Aufstände gegen die Habsburger im 16. u. 17. Jhdt. finden ihre Fortsetzung auch im 18. Jhdt. Kaum war das Land nach schwerem Ringen von den Türken befreit, entfachte der ungarische Fürst Rákoczi Ferenc im Jahre 1703 einen neuen Aufstand, während Ödenburg noch den Frieden von Karlowitz (1699) bejubelte.

Auch diesmal waren es die Franzosen, die mit Geldhilfe den Aufstand ermöglichten. Durch die Gebundenheit der deutschen Truppen an der Türkenfront, war den Franzosen Westdeutschland preisgegeben. Sie besetzten das Elsass und Lothringen, drangen über den Rhein vor und verwüsteten die westdeutschen Städte bis Heidelberg. Es waren auch fürchterliche Jahre für Ungarn, die das arme Land gänzlich an den Bettelstab brachten. In Ödenburg ging der Aufstand unter dem Namen "Kurutzenrummel" in die Geschichte ein.