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Freitag, 19. Jan: Zentraler Gedenktag der Vertreibung der Ungarndeutschen, Ödenburg

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Ferdinand Becher

Autor(en):
Ferdinand Becher (1933-2011)

Erscheinungsjahr:
2001

Bezugsquelle:
(-) Bis 2011 direkt über den Autor.
Einen überwiegenden Teil des Buchinhaltes haben wir mit Genehmigung von Ferdinand Becher in der Rubrik "Brennberg" wiedergegeben.

 
 
ungarischer Titel:
Mesel a brennbergi múlt

 Zum Inhalt

  • Der alte Hirte auf dem Brennberg
  • Die geographische Lage von Brennberg
  • Die Entwicklung der Brennberger Siedlung
  • Sklaven der Kohle
  • Die Entwicklung des Kohlenbergbaues und seine Pachtverhältnisse in Brennberg
  • Kampf der Bergleute
  • Die Geschichte der Brennberger Schule
  • Die Geschichte des Brennberger Kindergartens
  • Die Geschichte der Brennberger Kirche
  • Die letzten Tage des 2. Weltkrieges in unserer Siedlung
  • Ungarn nach der Befreiung
  • Beschützer der Brennberger Siedlung
  • Menschenjäger
  • Denkmäler und Rastplätze an der ungarischösterreichischen Grenze
  • Die Geschichte der Helenen Siedlung
  • Brennberger entdecken Brennberg
  • Die Technik erobert das Brennberger Tal
  • Zurückerinnerung Brennberger Bergleute
  • Köhlerei im Brennberger Tal
  • Die Geschichte des "Blechernen Christus" in Brennberg
  • Brot backen in der Brennberger Siedlung
  • Die Vergangenheit erzählt vom Brennberger Sport
  • Die Vergangenheit und Geschichte des Brennberger Gesangsverein
  • Das Bergmannskind (von Richard Hruby, Brennberg)
  • Im Brennenden Berg von Martin Prosenec, Helenenschacht
  • Brennberg Von Franz Zeltner, Brennberg
----------> Auszug aus dem Vorwort:
Liebe Leser!
Mit meinem Buch möchte ich das kampfreiche Leben der in dem Brennberger Tal beheimatet gewesenen Bergbaufamilien vorstellen. Das Leben dieser Menschen war ein schweres Los, die Großziehung der Kinder war bitter. Zu dieser Zeit gab es noch keinen Arzt, keine Schule und Kirche. Diese Kinder wurden die Sklaven der Kohle, trotzdem liebten sie dieses Tal und das Kohlenbergwerk. Das 19. Jahrhundert brachte große Änderungen in das Leben der Bergleute, die Elendsviertel wurden abgeschafft, neue Häuser mit Ziegel gebaut, die Versorgung der Familien wurde besser Die Wirtschaftskrise während des Ü. Weltkrieges spürten auch die hier lebenden Bergbaufamilien. Kohle wurde gebraucht, es sicherte Arbeit und Existenz. Nach dem Kriege begann der Wiederaufbau. Mit großer Anstrebung wurden binnen zwei Wochen große Mengen Kohle gefordert.
Der größte Teil der Brennberger Einwohner war deutscher Nationalität, und nur die Kohlenproduktion war die Sicherheit dafür, dass sie 1946-47, als die Deportierung in Ungarn begann, nicht vertrieben wurden. Das zweite Motiv war die Armut der Bergleute. Im Falle einer Deportierung wären keine Immobilien (Haus, Acker oder Weingärten) ins Staatseigentum gekommen. Es wäre nur das Bergwerk mit Werkzeugen ohne Arbeiter geblieben. Die Kohle brauchte das Land, darum wurden sie geduldet, so entgingen sie der Vertreibung.
Nach 2-3 Jahren haben im Landesinneren die Kohlenbergwerke mit guter Kapazität Kohle gefordert. Und es wurden neue Gruben errichtet. Darum brauchte man nicht mehr so nötig die Brennberger Grube, und ihre Bergleute deutscher Nationalität. Nachträglich in den 50er Jahren wollte man sie nicht mehr deportieren, denn das wäre für die ungarische Außenpolitik kein gutes Ansehen gewesen, in der damals gespannten Lage.
Daher hatte das Rákocsi-Regime entschieden, das Brennberger Kohlenbergwerk stillzulegen und seine Bergleute samt Familien ins Landesinnere zu übersiedeln. Das erfundene Motiv dazu hatte Dezso Ajtai Hauptleiter der Abteilung für Kohlenforderung in 4 Punkten zusammengefasst. Das Zentralkomitee hatte die Meinung, in Brennberg wohnen viele deutschmuttersprachige Menschen, die an der westlichen Staatsgrenze politisch nicht zuverlässig sind. Von diesem Motiv aus sollte man diese Bergleute mit ihren Familien zusammen in das Landesinnere umsiedeln, wo sie für die Volkswirtschaft nützlich sein könnten. Was auch geschah.
Das unerwartete Stilllegen des Bergwerkes im Jahre 1952 versetzte der Siedlung und ihren Einwohnern einen herben Schlag, sowie der 200jährigen Kohlenbergbau-Vergangenheit. Mit dieser Maßnahme wurden die Einwohner deutscher Nationalität in der Siedlung lahmgelegt. Diesen harten Schlag hat unsere Siedlung bis heute noch nicht überwunden.
Darum habe ich diese traurige Vergangenheit niedergeschrieben, es soll ein warnendes Beispiel für unsere Nachkommen sein. Unabhängig von der Nationalität, soll es ihr Ziel sein, in Frieden nebeneinander und miteinander zu leben.

Ferdinand Becher, 2001