Nach den schweren Rückschlägen gegen Ende des 17. Jahrhunderts. und nach den ständigen Überfällen der Kuruzzen in den Jahren 1704—1708, die den Dörfern schwere Schäden zufügten, war das 18. Jhdt. eine Zeit relativ ruhiger Entwicklung für die Gemeinde Loipersbach, allerdings unter dem doppelten Druck von Grundherrschaft und Gegenreformation. Die Bevölkerungszahl stieg wieder beträchtlich an und der Besitz an Äcker und Weingärten pro Ansässigkeit wurde ständig kleiner. Die Evangelische Kirchengemeinde hatte aufgehört zu existieren und es gab über 100 Jahre lang in Agendorf — Loipersbach keinen evangelischen Gottesdienst. Die kirchlichen Handlungen wurden in dieser Zeit vom katholischen Pfarrer in Agendorf vorgenommen, Loipersbach war seit 1690 erneut Filiale. Die Bevölkerung aber besuchte immer wieder die evangelischen Gottesdienste in Ödenburg.
 
Erst gegen Ende des Jahrhunderts brachten zwei Reformen Maria Theresias und ihres Sohnes Josef II. einschneidende Veränderungen im Leben der Menschen unserer Heimatgemeinde. In den Jahren 1767—1773 wurde durch königliche Kommisare ein neues Urbar eingeführt, das gegen den heftigen Widerstand der Grundherren eine bestimmte Größe für die Ansässigkeit festlegte, Roboten und Abgaben begrenzte, und im Jahre 1781 erließ Josef II. das Toleranzpatent.
 
Nach dem maria – theresianischen Urbarium gab es 1767 in Loipersbach 53 Viertellehner, 9 Achtellehner, 30 Söllner mit Häuser und 3 Söllner ohne Häuser. Die Achtellehner besaßen 2,5 Joch Acker und 1 Viertel Tagwerk Wiesen, die Viertellehner 5 Joch Acker und ein halbes Tagwerk Wiesen. Der Besitz an Weingärten war unterschiedlich. Die Achtellehner hatten dafür 6—7 Tage Zugrobot oder 12—14 Tage Handrobot, die Viertellehner 12—15 Zug- bzw. 24—30 Tage Handrobot jährlich zu leisten. Auch das Neuntel, d.h. der zu zahlende 9. Teil der Ernte, konnte durch 1 bzw. 2,5 Tage Zugrobot abgelöst werden. Ein Viertelbauer musste also für seine 5 Joch Acker bis zu 35 Tage auf den städtischen Äckern bzw. in den städtischen Weingärten arbeiten. Außerdem musste jeder 1 Gulden Zins zahlen, Brennholz hacken und Leinen, Schmalz, Kapaunen, Hühner und Eier an die Stadt abliefern.
 
Die bäuerlichen Wirtschaften waren zu dieser Zeit also nur sehr klein, zusätzliche Überlandgründe waren kaum vorhanden, so dass die Stadt schließlich den erwähnten Wald im Norden des Gemeindegebietes zur Rodung freigab.
 
Die Familienoberhäupter im Jahre 1767:
 Michael Hauer  Thomas Hauer jünger  Johann Lamppel
 Johann Graßel  Paul Brenner Thomas Hauer ältere
Johann Hasch Mathias Tschirtz  Andreas Tschirtz
Joseph Bauer Thomas Bauer Thomas Tschorl
Johann Hauer Andreas Floyger Johann Kirchknopf
Andreas Hauer ältere  Andreas Rehling Maria Gruberin
Andreas Bauer Thomas Tschirtz Georg Rath
Johann Kirchknopf Matthias Tschirtz Mathias Rauner
Stephan Baader Johann Amering Eva Huberin
Georg Breuner Maria Tschirtzin Johann Spannraft
Mathias Bauer ältere Veronica Förstlin Mathias Bauer jüngere
Andreas Steiner Elisabetha Fürstin Michael Schneberger
Michael Aminger  Thomas Floyger Johann Rehling
Georg Uschneber Johann Aminger ältere Andreas Bauer jüngere
Caspar Spannraft Georg Spannraft Maria Strengin
Paul Förstel Thomas Streng Georg Floyger jüngere
Maria Baderin Maria Kirchknopfin
Michael Bauer
Johann Floyger Johann Gruber Thomas Tschirtz
Georg Neuhauser Georg Stiegel 
Benedict Müllner
Andreas Bauer jüngere Andreas Aminger Mathias Hauer
Thomas Ameringer Paul Prenner Andreas Jenel
Maria Ringaufin Georg Ameringer Paul Reiner
Michael Rath Magdalena Redlin Mathias Wimpersperger
Stephan Wimpersperger Andreas Schiebendrein Mathias Gruber
Georg Pfluyger Johann Steiner Andreas Lagler
Mathias Nästler Mathias Saloman Johann Georg
Gruber Maria Nästlerin Johann Cäpl Georg Kalbantner
Paul Weisenpeck Paul Treml
Cäcilia Laglerin
Joseph Wollenhofer Georg Nästier Johann Trinkel
Michael Reiner Mathias Krauß Georg Wölfing
Michael Wöltzner jüngere Michael Wedsner Georg Tschirtz
 
Am 13. Oktober 1781 erließ Kaiser Josef II. das Toleranzpatent, das den Evangelischen nach langer Zeit der Unterdrückung wieder die Gleichstellung mit den Katholiken brachte. Es zeigte sich nun, dass die große Mehrheit der Bevölkerung, und zwar in Agendorf 900 und in Loipersbach 450 Personen, evangelisch geblieben war. Die Gemeinde Loipersbach schloss sich erneut mit Wandorf und Agendorf zu einer Kirchengemeinde zusammen. Da die Komitatsbehörden aber große Schwierigkeiten machten, wandte man sich 1783 mit einer Bittschrift unmittelbar an den Kaiser. Kurze Zeit später kam die Zustimmung zum Bau eines Bethauses. Die Gemeinde berief Mathias Harnwolf als ihren Pfarrer, und am 7. September 1783 wurde der erste Gottesdienst abgehalten. Zwei Jahre später konnte ein neues Bethaus in Agendorf eröffnet werden, 1796 kam ein Glockenhaus hinzu. Am 12. Mai 1791 wurde der “ehrsame Samuel Unger aus Agendorf” zum Ortsschulmeister und Notarius von Loipersbach gewählt. Am 14. Juni begann er im Gemeindehaus mit dem Unterricht von 35 Schulkindern. Die Schulprüfung wurde in der folgenden Zeit jeweils am Sonntag nach Ostern abgehalten. Anschließend begann man mit dem Konfirmationsunterricht. Unter Ungers Nachfolger, Georg von Horvath, wurde rühmend erwähnt, dass die Kinder in Loipersbach nach ihrer erfolgten Konfirmation schon damals bis zum vollendeten 14. Lebensjahr freiwillig die Schule weiter besuchten. 1829/30 sollte an der Schule die ungarische Sprache eingeführt werden. Bei der Prüfung zeigte sich aber, dass die Kinder das Vaterunser ungarisch konnten, aber das auswendig Gelernte nicht verstanden.
 
Die katholische Kirche hatte es in Loipersbach nach dem Toleranzpatent nicht leicht. Die katholische Schule hatte nur wenige Schüler und war auf Dauer nicht mehr zu halten. Sie musste um 1850 aufgegeben werden. Das Vermögen der katholischen Schule wurde vom katholischen Pfarrer in Agendorf, später in Schattendorf verwaltet. Es wurde noch 1927 vom evangelischen Schulstuhl beansprucht, da die katholischen Kinder ja auch die evangelische Schule besuchten. 1870, beim großen Dorfbrand, brannte auch die katholische Kirche ab. Da die wenigen Katholiken nicht in der Lage waren, die Kirche zu erneuern, setzte sich der Raaber Bischof Zalka besonders für den Neubau ein, der 1871 geweiht werden konnte. Die neue katholische Kirche wurde nicht mehr dem Hl. Martin, sondern Peter und Paul geweiht. Nach 1921 wurde die katholische Gemeinde von Schattendorf aus verwaltet und schließlich der Kirchengemeinde Schattendorf angeschlossen. In der Nachkriegszeit wurde die katholische Kirche mehrmals renoviert.