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 Wandorf - Geschichte und Entwicklung

 

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Autor(en):
Hans Degendorfer (†)
Matthias Ziegler (†)

Erscheinungsjahr:
1991
Bezugsquelle:
Privatdruck - restlos vergriffen, vereinzelt tauchen bei eBay Exemplare aus Nachlässen auf.
Der Inhalt des Buches ist komplett auf dieser Homepage wiedergegeben. Die Inhalte sind in der Rubrik "Wandorf" zu finden.

 

Zum Geleit

De(i)s is mein Waondorf liab und guit, iahm ghört mein Sinn, iahm ghört mein Bluit. mir steht mein Sinn nach Waondorf hin.

Geschichte und Entwicklung eines ehemaligen Stadtdorfes Ödenburgs vom Bauerndorf zur Arbeiterwohngemeinde

Angeregt von Andreas Schindlers Buch "Harkau, mein Heimatdorf", hat der Vorsitzende des Wandorfer Festausschusses, Alfred Schwenk, die Idee eines Heimatbuches von Wandorf aufgegriffen. Er nahm Verbindung zu seinen Landsleuten Hans Degendorfer, Matthias Plöchl und Matthias Ziegler auf, die sich bereit erklärten, das Heimatbuch zu schreiben.

Die Ausgangslage war nicht günstig, denn der Zugang zu den Wandorfer Geschichtsquellen, die im Ödenburger Stadtarchiv aufbewahrt werden, war durch die große Entfernung von Deutschland aus nicht möglich. Die Mithilfe der in Ungarn verbliebenen Wandorfer ist leider ausgeblieben, nur Pfarrer Foltin stellte uns seine Tagebuchaufzeichnungen von 1952 - 1989 zur Verfügung. So waren die Verfasser des Heimatbuches zunächst auf jenes Material angewiesen, das sie selbst während ihrer früheren Forschertätigkeit (Befragung betagter Landsleute über alte Sitten und Bräuche in den Jahren 1936-38) durch Matthias Ziegler und mehrjährige Ahnenforschung und Einsichtnahme im Stadtarchiv durch Hans Degendorfer) erarbeitet und gesammelt haben. Dieser Ausgangsstoff musste dann aus der bereits vorhandenen Literatur ergänzt werden.

Das so zustande gekommene Buch sei unserer Heimatgemeinde Wandorf und seinen ehemaligen Einwohnern gewidmet. Die Tatsache, dass wir seit unserer Geburt mit diesem Fleckchen Erde verwurzelt sind, verbindet uns alle auf besondere Art und Weise miteinander. Immer stärker schrumpft die Generation, die Wandorf noch bewußt erlebt hat und in der heimatlichen Tradition und Lebensart steht, zahlenmäßig zusammen. Es wächst eine Jugend heran, die das Bild und das Wesen der Heimat nurmehr aus Schilderungen der Eltern kennt. Dieser nachwachsenden Generation der Wandorfer soll dieses Buch besonders gewidmet sein.

Was unsere Geschichte von der Steinzeit bis zur Vertreibung bedeutet, wie sich die Wandorfer der Religion halber im Mittelalter bekriegten und noch vieles andere mehr, ist in gedrängtem Rahmen in diesem Buch angedeutet worden. Dabei ist es selbstverständlich, dass die einzelnen Beiträge, die mit viel Mühe und Geudld zusammengetragen und niedergeschrieben wurden, keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben können. Das Buch will auch keine wissenschaftliche Arbeit sein, sondern wir wollen unseren Landsleuten - besonders den Älteren - die Möglichkeit geben, ihren Kindern und Enkeln ihre ehemalige schöne Heimat in der Nähe der alten königlichen Freistadt Ödenburg nahezubringen und alles, was noch in Erinnerung ist, zu überliefern. Nicht zuletzt sollen unsere Nachkommen aus diesen Aufzeichnungen auch etwas erfahren und dadurch die Leistungen und den Leidensweg ihrer Vorfahren gebührend einschätzen.

Bei ihrer Arbeit haben die Verfasser großzügige Untersützung von Andreas Schindler, dem damaligen Vorsitzenden des Kulturvereins für Ödenburg und Umgebung, Bad Wimpfen, erfahren.

Wertvolle Beiträge lieferten auch die Landsleute Garl Gumhold, Franz Lebisch, beide Schwäbisch Gmünd, und für die Erstellung der Gefallenen- und Vermißtenliste des 2. Weltkrieges haben sich die Landsleute Maria Graf, Andreas Brand und Ludwig Peischl, Aglasterhausen und Karl Schwenk und Hermann Kaiser, Mosbach, verdient gemacht. Andere haben sich mit Bildmaterial und kleinen Anekdoten am Heimatbuch beteiligt. Ihnen allen gebührt unser Dank.

Mit der Geschichte unseres Heimatdorfes haben sich in der Vergangenheit fast nur ungarische Historiker beschäftigt. Dieses Gebiet war als ungarisches Staatsgebiet fast ausschliedßlich eine Domäne ungarischer Autoren, die in ihrem nationalen Überschwang Behauptungen aufstellten, die an manchen Stellen urkundlich nicht belegt sind. Den Verfassern ging es deshalb nicht nur darum, die Wandorfer Sitten und Bräuche, die Lebensart, die Mundart, seine Lieder und die Dorfentwicklung für die Nachkommen zu erhalten, sondern auch auf jene bedenklichen historischen Stellen hinzuweisen, die von ungarischen Autoren nicht objektiv dargestellt wurden.

Die Verfasser haben örtlich getrennt arbeiten müssen (Mosbach-Taunusstein), was eine Koordinierung der Arbeit sehr erschwert hat.

Möge dieses Heimatbuch in jedes Haus einziehen, in dem unsere Landsleute wohnen und ihnen ein treuer Begleiter und eine kleiner Erinnerung an die Heimat, an glückliche Zeiten sein! Möge es eine Brücke schlagen zwischen Vergangenheit und Gegenwart und stets den Weg in die alte Heimat weisen!

 

Mosbach und Taunusstein, im November 1991

Hans Degendorfer  - Matthias Ziegler