Vier Gemeinden, nämlich Ödenburg, Agendorf, Loipersbach und Schattendorf haben den Fasching mehr als turbulent ausklingen lassen.
Nicht nur in Agendorf, sondern auch in den umliegenden Ortschaften Schattendorf und Loipersbach wurde dem Fasching gebührend gehuldigt. Ursprünglich wollte ich ja nur über den Agendorfer Faschingshochzeitszug berichten, doch da ja auch andere Gemeinden zum Ödenburger Land zählen, hat sich eben alles ein wenig ausgeweitet. Vielleicht ist es ganz interessant, dass man auch in Deutschland ein wenig vom modernen Faschingstreiben etwas mitbekommt. Allerdings denke ich, vor ca. 50 bis 60 Jahren hat man wohl anders über solche Lustbarkeiten gedacht. Nachkriegswehen, Arbeitslosigkeit und politische Unsicherheiten werden wohl so manches mal das Lustigsein am Faschingdienstag etwas behindert haben. Aber nun zu den einzelnen Dorf-Aktivitäten.
 
In Schattendorf versuchte es der „Oldtimer-Klub“! Fans alter Traktoren schmückten ihre Fahrzeuge faschingsmäßig, einige Menschen köstümierten sich, auch Musikanten konnte man gewinnen, und so zog der Zug durch die Gemeinde. Doch nur allzu bald stellte sich heraus, außer viel Alkoholica, Gulasch und Würstchen hatte der Zug nicht viel zu bieten. So richtig konnte einfach keine Stimmung auskommen, allzu viele Leute waren am Vormittag auch nicht unterwegs – aber es war immerhin ein Anfang, die Faschingsumzug-Tradition in Schattendorf wieder aufleben zu lassen.
 
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Ganz anders dagegen in Loipersbach. Da gabs um 15 Uhr schon enorme Stimmung am Hauptplatz! Der „Fasching der Superstars“ fand statt. Moderiert von Gaby (Teufel) und Jakob (Engel) gab’s auch einige Seitenhiebe auf Politiker und Ortsgeschehen. Die Zuschauer unterhielten sich prächtig, mit der Playbackshow, an der nur Ortsbewohner mitwirkten, hatte man voll ins Schwarze getroffen. Am Abend gabs dann noch im Cafe-Restaurant Hauer eine Faschingsredoute unter der Devise „Wir sind Kaiser“. Sie dauerte natürlich bis in die frühen Morgenstunden.
 
Der Faschingsabschluß am Aschermittwoch wurde in Agendorf wie gewohnt zelebriert. Der Hochzeitszug war diesmal noch länger als voriges Jahr, die Akteure – Braut, Bräutigam und Pfarrer – waren dieselben wie 2007, der Zug hatte diesmal wieder eine andere Route. Beendet wurde er im VadVirag-Club (Reitclub), wo man den Fasching unter großem Wehgeschrei der Teilnehmer würdig begrub. Ich beendete meine Teilnahme am Zug ungefähr bei der Halbzeit, da ich mich mit einem befreundeten Ehepaar aus Brennberg zum Heurigen Kranixfeld begab. Hier konnten wir uns ungestört unterhalten und Herr Leopold Modrian lud mich, sobald es etwas wärmer wird, nach Brennberg ein. Da er dort aufgewachsen ist, kennt er jedes Haus und seine Bewohner und wird mir Brennberg nahe bringen. Darauf freue ich mich schon jetzt.
 
Nun möchte ich noch von einer Besonderheit berichten: In Sopron besuchten wir noch den „Binkerl-Ball“. Am 9. Februar fand im Festsaal der Westungarischen Universität in der Elisabeth-Straße (Erszébet utca) die Vollversammlung des „Deutschen Kulturklubs“ statt. Da in diesem Haus kein Gastronomiebetrieb existiert, bringen die Besucher Speisen und Getränke von zu Hause in einem „Binkel“ mit. Diese werden dann im Anschluß an die Vollversammlung bei Musik und Tanz verzehrt. Dass das Angebot diverser Brat- und Backkünste sehr reichhaltig und äußerst delikat ist, kann sich ja jeder vorstellen. Es war aber ein „Ball“, der nicht nur zum Essen und Trinken, sondern auch zum Anknüpfen neuer Freundschaften und Vertiefen von bestehendem dient. So also gibt es hier im Oedenburgerland auch vieles über das Faschingstreiben, was wert ist, festgehalten zu werden. Vielleicht wird so manches, das hier noch in den Kinderschuhen steckt, bald eine gewisse Tradition haben. Zu wünschen wäre es!
 
 
Euer
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