Termine

Montag, 01. Jan: Filmnachmittag, Deutsches Kulturhaus /Rejpál Haus Ödenburg / Sopron Várkerület 7.
Freitag, 19. Jan: Zentraler Gedenktag der Vertreibung der Ungarndeutschen, Ödenburg

Aktuell sind 1035 Gäste und keine Mitglieder online

Journalistischer Gedankengang auf dem Weg zur Partnerschaft Sopron|Ödenburg - Bad Wimpfen

Image

Autor(en):
Eugen Schusteritsch(†)
Erscheinungsjahr:
1996
Herausgeber:
Ödenburger Heimatmuseum Bad Wimpfen
Das Buch ist wahrscheinlich vergriffen

 

Über den Autor, Eugen Schusteritsch (von Dr. Hiller István, Sopron):

 

In der Stadt Ödenburg/Sopron im heutigen Michaelis-Viertel, ist Eugen Schusteritsch am 30.11.1913 geboren. Das Ein-Stock-hohe Geburtshaus steht an der Ecke zur Fischergasse, schräg gegenüber der sogenannten "Pflaster-Volksschule" (damasl St. Michaelis-Gasse 4).

 

Ich habe seine Familie gut gekannt, und erlaube mir deshalb, mehr über die Tätigkeit des Verfassers dieses Buches, zu dem mich auch persönliche Beziehungen knüpfen, noch mehr zu veröffentlichen. 

 

Der Vater des Autors, Rudolf, ein angesehener Gemischtwarenkaufmann, dessen Vorfahren aus dem deutschen Siedlungsgebiet der Gotsche in Slowenien stammen und wahrscheinlich Schuster hiessen, war nicht vermögend. Laut Überlieferung waren die Vorfahren Käsehersteller. Vermutlich muss im Verlauf der Jahrhunderte der ursprüngliche deutsche Name "Schuster" slawisiert worden sein und dieser ist dann bei einer Eintragung in einer Urkunde gefälscht für die Nachwelt erhalten geblieben.

 

 Die Vorfahren seiner Mutter, Leopoldine, geborene Hartner, - sie wurde in Pottendorf in Niederösterreich geboren - stammen aus Oberitalien, aus der Stadt Udine. Eugen Schusteritsch wurde in deutscher Sprache erzogen.

 

Um aber die ungarische Landessprache zu erlernen, schickte man ihn in die Elementarschule am Petöfi-Platz. Danach ließ man den Jungen, der inzwischen in ein Sprachdilemma der deutsch-ungarischen Redensart geraten ist, standesgemäß in das Obergymnasium der Benediter einschreiben. Die Sprachschwierigkeiten waren für das schulische Weiterkommen ausschlaggebend, so dass ein "Sitzenbleiben" gar nicht zu vermeiden war. Doch allmählich netwickelte sich bei hm ein positives Resultat und er konnte 1936 in Budapest mit Erfolg das Abitur absolvieren.

 

Auf Wunsch sediner frommen Tanten sollte er - nur weil er ein fleißiger Ministrant in der Heiigen Geistkireche und bei den Dominikanern war und zu Hause auch gerne "Pfarrer" spielte - Priester werden. Nach einem Jahr Noviziat im Zisterzinenserkloster Heiligenkreuz im Wienerwald, wechselte er in das prophane Berufsleben. In seiner Heimatstadt Sopron/Ödenburg erhielt er im Städtischen Fremdenverkehrsbüro eine Anstellung. Diesen Posten versah er bis 1941. Die politischen Ereignisse der damligen Zeit beeinflussten ihn sehr, so dass er in die "Deutsche Bewegung" eintrat und sich freiwillig zum Frontdienst meldete. Karlien (Finnland), Jugoslawien und das Hartgebirge waren seine Einsatzfronten. Als Fahnenjunker kam er in amerikanische Gefangenschaft.

 

Hier erlebte er am 5. Mai 1945 die Kapitulation Deutschlands. Kam in ein Kriegsgefangenen-Lazarett nach Frankreich, wo er als Sanitäter tätig war. Von da kam Schusteritsch über Herborn/Dillkreis und Marburg/Lahn nach Bad Mergentheim, wo er 1946 entlassen wurde.

 

Er heiratete im schlimmsten Jahr 1947 in Herenberg und nahm seine Frau Anna, geborene Stiglitz, aus Zanegg (Mosonszolnok) mit nach Bad Mergentheim. In der Kurstadt war er zunächst bei der amerikanischen Besatzungsmacht angestellt, dann Hausmeister in einem Altenheim, Maurerhandlanger, Weinkellergehilfe, Arbeiter in einer Kartonagenfabrik u.a. schon damals hatt er sich literarisch und journalistisch betätigt und wurde Mitarbeier der beiden ungarndeutschen Heimatzeitungen in Stuttgart und München sowei Redaktionsmitglied der ungarndeutschen Hauskalender daselbst.

 

Die 1951 gegründete Patenschaft der Stadt Bad Wimpfen für die Stadt Sopron/Ödenburg und ihrer vertriebenen deutschen Bürgerinnen und Bürgern, hatte E. Schusteritsch ganz und gar in ihren Bann gezogen: auch noch dann, als er schwerkrank, nachdem Tode seiner Frau (1973) im Krankenhaus lag und mehrere Operationen über sich ergehen lassen musste.

 

Ein Jahr später fasster er den Mut und siedelte nach Bad Wimpfen über, wo er sich um die Weiterentwicklung der Patenschaft intensiv engagierte. Dort ist inzwischen sein Ödenburger Heimatbuch (1964) und die Broschüre "Ödenburger Gschichten" von Ignaz A. Schiller (1974) erschienen. In Bad Wimpfen hatte er das Ödenburger Heimatmuseum ins Leben gerufen und eingerichtet. Eine kulturelle Tätigkeit, die viel Ehrgeiz und Idealismus voraussetzte. Die Burgenländische Landesregierung ehrte ihn mit dem Ehrenzeichen und Bundespräsident Carstens zeichente ihn mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande aus. Die Landsmannschaften der Ungarndeutschen überreichten ihm den Ehrenbrief und die goldene Ehrennadel, seitens der Ödenburger Heimatkomitees wurde Eugen Schusteritsch mit dem goldenen Patenschaftsring ausgezeichnet.

 

Er ist Ehrenvorsitzender des "Kulturvereins für Ödenburg und Umgebung e. V." in Bad Wimpfen.