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Montag, 04. Dez: Filmnachmittag, Deutsches Kulturhaus /Rejpál Haus Ödenburg / Sopron Várkerület 7.
Montag, 01. Jan: Filmnachmittag, Deutsches Kulturhaus /Rejpál Haus Ödenburg / Sopron Várkerület 7.

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Von gleicher Strafe woar bedroht,
wer Schweine schwoarz geschlochtet hot.
 
Doch unsre Leut woarn raffiniert
Und hobn sich durchaus nit geniert
Zu finden manche Oart und Weisen
Mehr Fleisch zu kriagn in die Speisen.
 
Beim Schwoarzobstechn woar holt wichtig,
dass ma mit der Hockn richtig
die Sau hot troffn am mittn Hirn,
dann tuits ban Stechn neama krin.
Des olls is recht vastuhlna gschehn,
kua Nochbar derf wos sehn und hehn.
Des Sau haaren drinnen in der Schupfn,
mehr Saupech drauf, dann geh leicht rupfen,
schnöll af die Reim und nur schnöll weg
in dÁusloßrein den gschnittnen Speck.
In zwoa Stund derf ma nix mehr sehn,
dann kann beim Schwoarzschlochtn nix gschehn.
 
Zur Sicherheit, wia es sich ghört
War´s Gossntürl fest versperrt.
Am besten woar die Zeit af d´Nocht,
do hot ma jo normal nit docht
dass einer obsticht eine Sau –
des woar sunst in der Früah nur Brauch.
 
Doch ein Problem woar schon dabei
Bei dieser Schwarzobstecherei:
Man hot den Gruch vom Schmolz auslossn
No gschmeckt bis viri af die gossn.
Drum hot ma späida sich nit gschreckt
Und eine neue Oart entdeckt
Mehr Fleisch zu kriagn af den Teller
Und Schmolz und Speck no in den Keller.
 
Jst beim normalen Sau obstechn
Tuit man die Hausschocht-Vorschrift brechn,
indem man zum gemeldetn Schwein
a zweit obsticht nebendrein.
Wann do die Schlochtkontrolle kimmt,
de mekt nit dass do wos nit stimmt.
Weil – der Schmolzgeruch ist von zweien Schweinen
Jo gaor nit mehr als nur von einem.
Und d´Nochbarn schweigen sowieso,
weil: do sticht jeder a schowarz o.
Vor de woar sicher keine Gfoahr,
die größte woar, und des is woahr
die Kinder unter siebn- ocht Joahr.
Weil die tuan unbewusst sich prohln
Und derzöln den Freunden olln
Dass sie am Samstog vorger Wochen
Zwoa Sau af uanmol hobn o´gstochn.
Der Gfoahr weicht ma am besten aus,
man schickt die Kinder außer Haus.
 
Kontrolle
 
Doch gfährlich woar, ihr wißts es jeder
Ganz kloarerweis der Schweinewäger.
A Nervengschicht woar schon die Froug,
wann d’Sau is glegn af der Woug,
legt auch den Schädl und die Leber
af d’Wouge drauf der Schweinewäger.
War auf der Woug dann das Gewicht,
schaut jeds dem Wäger in des Gsicht
ob er die Gwichta richtig zöhlt,
weil dann is es, Gott in der Wölt
ols Kümmerer nicht anerkannt.
So woarten olle angespannt
Bis dann der Wäger amtlich spricht:
"Knopp vierzig Kilo is des Gwicht".
Damit steht auch behördlich fest:
De Hölfte is a Kümmrer gwest.
 
Zwoa Schwoaf
 
"Betrocht ich doch de Sau zur Gänze,
die beiden Hälften nebnanand,
so hot de ganze Sau – zwei Schwänze;
de Rass is mir noch nicht bekannt.
Drum – liawa Freund – so schau doch drauf
Und häng die richtign Hälften auf".
 
Der Hausherr denkt si: Hiath is gföhlt
Und steh mir bei, Gott in der Wölt
Und siacht im Geist Gendarmen kemma,
und eahm noch Dachau mitzunehma
und wird bluitrot in ganzen Gsicht.
 
Der Schweinewäger owa spricht:
"Verlier nur glei die Nerven nicht.
Für dich is momentan es besser,
du nimmst des schärfste, beste Messer
und schneidst von einer Hälfte ganz
heraus den hundsverflixten Schwanz.
 
I hob nix ghört, i hob nix gsehn,
wos gschehn is, is holt nicht geschehn.
I sog Dir, weilst mei Freund bist: kusch,
räum weg den zweiten Schwoaf, husch-husch.
 
Und’s nächstemol, dann schau holt drauf
Beim schoarzobstechn und pass auf".
 
Erkenntnis
 
Und die Moral von der Geschicht:
Ban Schwoarzobstechn darf man nicht
Zwei Schweife zeigen von den Schweinen,
sondern – verlfixt nochmal – nur einen!
 
Oder:
Die Moral von der woahren Gschicht, de hoaßt,
zwoa Schauschwoaf zoagt ma nit, daß d’es woaßt.
Ban Schoarzobstechn, wie i muan
Zoag doch um Gottes Wölln nur uan!
 
Autor: Johann Erhardt