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Montag, 04. Dez: Filmnachmittag, Deutsches Kulturhaus /Rejpál Haus Ödenburg / Sopron Várkerület 7.
Montag, 01. Jan: Filmnachmittag, Deutsches Kulturhaus /Rejpál Haus Ödenburg / Sopron Várkerület 7.

Die Liste von 1558 trägt folgende Überschrift: "Untertanen Zu Harkau gueter, den 22. februari ab 1558 beschrieben, zahlen von Jerg (Georgitag) bis Michaelije 4 Denar?" Folgende "Untertanen" mit halben Lehen sind aufgeführt:
 
Jerg Koler, Caspar Steubern, Michael Zign, Clement Haberler, Lorentz Payerl, Veith Wagner, Peter Zogger (=Zacker), Thomas Haberler, Georg Zogger, Jerg Plöchl, Urban Einer, Ulrich Pauer, Wolfl Mertl, Wolfram Herbst, Christian Lang, Blasy Taschner, Stephan Hetzger, Hans Zign, Andre Cuntz, Max Kammerer, Mert Hetzger, Partl Pair, Lorentz Zign, Christoph Pau- schen, Nicel Haberler, Matthias Dreyßl, Gall Gratzl, Bernhard Haberler, Michael Krenner, Christian Weiß, Christoph Pällisch, Michael Paur, Andre Roßner, Veith Kerbl (Kolb?), Caspar Murschier (Murphler?).
 
Zum erstenmal sind hier neben den Lehensbauern auch folgende "Hofstätter" aufgeführt: Veith Zign, Lorentz Haberler, Jakob Tröppl, Ruprecht Kerbl (Kolb?), Jerg Michl, Christian Scheestl (=Schraml?), Hans Schmid u. Stephan Graf. Warum der Familienname Mahder (Mader) hier fehlt, konnte ich bloß annehmen. Fest steht jedoch, daß bei der Abrechnung von 1498/99 der Stadtkämmerer dem Michel Mader zu Hargha den sold von 11. tal. den bezahlt hat, und daß derselbe Michel Mader zu Hargha 1503 vom Stadtrechner "einen halben Taler" erhalten hat. Da er anscheinendj ährlich seinen Sold aus der Stadtkasse erhielt, muß angenommen werden, daß er und auch sein Sohn Waldhüter (?) und 1558 noch keine Bauern oder Hofstätter waren. Nur so kann der Name Mader auf der Untertanenliste von 1558 fehlen. Aber schon 1583 macht Erhard Mader (als Bauer) ein Testament, 1597 ist sein Sohn "Bergmeister" und im Jahre 1604 sogar schon Richter der Gemeinde Harkau! Der Michel Mader dürfte der Ahnherr der während der Jahrhunderten mächtig ausgewachsenen, oft in der Gemeinde führenden Familie Mahder sein. (Siehe Familiennamen u. Liste der Richter!
Von den 32 verschiedenen Familiennamen aus dem Jahre 1558 finden wir nur 7, die auch 1451 schon in Harkau vorkamen. Andererseits tauchen hier zum erstenmal Familiennamen auf, die sich bis in das 20. Jahrhundert in Harkau erhalten haben. Diese sind: Haberler, Payerl, Kammeter (ab 1800: Kammer), Pair (ab 1800 Payr, dann Payer), Dreißl(oft: Treißl, Troißl, Druisl), Kolb (?), Schrambl (?), Mahder.
 
Im Jahre 1696 wurde die Bevölkerung und die zu leistende Robath wieder von der Stadt zusammengeschrieben. Diese Aufzählung vermerkt auch, welch große Weinbergfläche die einzelnen Stadtdörfer bearbeiten mußten: Agendorf 409 Pfund, Harkau 394 Pfund, Kolnhof 171 Pfund, Mörbisch 180 Pfund, Wandorf 150 Pfund, Wolfs 95 Pfund. (1 Pfund Weinberg entspricht etwa einer Fläche, die ein Mann in einem Tag hacken - hauen - kann, also etwa 64 Quadratklafter - nach Hazi). In der "Untertanenliste von 1696" sind in Harkau 17 Familien mit "Halbem Lehen", 32 Familien mit Viertellehen, 22 Höfstätterfamilien und 19 Söllnerfamilien angeführt. Daraus ist aber auch ersichtlich, daß trotz Kriegsereignisse, Pestepidemie die Bevölkerung sich stark vermehrt hat.
 
Halbes Lehen (oder etwas mehr, aber kein ganzes Lehen) besaßen die Familien (alphabetisch geordnet): Angerbauer Hans, Böckl Michel, Witwe des Mathias Droisl, Witwe des Georg Galling, Habengast Märth, Habengast Urban, Kobermann Michel, Kränner Hans, Mader Georg, Mühlbauer Michel, Schelly Michel, Spath Mathias, Strorigl Christoph, Strorig! Georg, Strorigl Philipp, Zachs Georg.
 
Viertellehen besaßen: Dröscher Michel, Haberler Georg, Kammerer Georg, Witwe des Michel Kayser, Knoll Georg, Kirn Mathias, Kolb Christoph, Kolb Georg, Kolb Jacob, Krenner Hans, Krenner Mathias, Krenner Faul, Mader Thomas, Marx Lorenz, Mittenzwey Andre, Müllner Mathias, Neubauer Andre, Pairl Michel, Pasch Christoph, Prödl Michel, Prödl Stephan, Reitter Michael, Rosner Hans, Rueß Faul, Scheer Hans, Schönfeldinger Georg, Schönfeldinger Faul, Schrämmel Hans, Schwarzrocker Georg, Siegel Hans, Spat Andre, Sturtz Hans.
 
Alte Hofstatt: Witwe des Adam Gmainer, Prödl Hans, Weber Georg.
 
Neue Hofstatt: Dullikopf Andre, DodtMichel, Gabriel Märt, GellemannAndre, Haas (=Buchhaas) Hans, Haberler Matthias, Jany Christoph, Käpel Georg, Oberecker Faul, Paßler Mathias, Payr Gregor, Puchhaas Mathias, Witwe des Hans Rohrer, Reißner Georg, Riegler Andre, Roßner Friedrich, Sailer Georg, Unger Stephan, Zaxs Faul.
 
Söllner ("Hulden"): Eisenkeck Andre, Fichtinger Hans, Fleck Peter, Gellemann Hans, Graf Märth, Hofer Mathias, Knoll Philipp ledig, Kohl Hans, Koller Michel, Krenner Paulledig, Riegier Michael, Stadler Jacob ledig, Steiner Mathias.
 
Zusammen sind das 88 Familien, die 1696 in Harkau wohnten. (Karl Mollay schreibt in Csatkais Buch, S. 75 ungarisch, Harkau hätte 1696 sogar 143 Familien gezählt. Woher er diese - einwandfrei falschen - Zahlen hat, ist mir unverständlich.)
 
Interessant für uns dürfte auch eine Abrechnung des Stadtkämmerers Michael Schrätel aus dem Jahre 1495/96 sein, in der er aufzählt, wieviel Steuer er am Georgi-Tag (24. April) ebensoviel nahm er am Michaelistag, 29. September, ein!) von den einzelnen Richtern (=etwa Ortsvorsteher) der Stadtdörfer erhalten hat: "Der Richter in Hargka gibt XI Taler den, der Richter von Agendorf VIII Taler, der Richter von Wandorf VI Taler, der Richter von Klingenbach 111 Taler, der Richter von Wolfs V Taler" (Mörbisch und Kolnhof fehlen). Aus dieser Abrechnung ist ersichtlich, daß Harkau damals noch das größte und reichste "Stadtdorf" war, denn es hatte mehr Steuern abzuliefern als jedes andere Dorf. Leider sollte es bald anders kommen, als nämlich die Fehde zwischen der Herrschaft von Landsee und Ödenburg ausbrach.
 
Quelle: "Harkau - mein Heimatdorf ",
die Geschichte eines deutschen Bauerndorfes in Westungarn
Andreas Schindler (1987)