An die folgende interessante Geschichte erinnert man sich sowohl in Agendorf als auch in Sopronkövesd. Matthias Schmidt und sein Sohn Mathias Schmdit jun. aus Agendorf arbeiteten bei der Eisenbahn, das war ihre Dienststelle. Die Agendorfer Schmidts verrichteten auch während der Diktatur des Proletariats ihre Arbeit. Der berüchtigte, blutrünstige Volkskommissar Tibor Szamuely hatte im Röjtöker Schloß im Komitat Ödenburg sein Hauptquartier aufgeschlagen. Von hier aus fuhr er mit seinem mit Maschinengewehr ausgerüsteten Auto durch das von ihm geleitete Gebiet, um konterrevolutionäre Bewegungen zu ersticken. Einmal kam er nach Spronkövesd. Da er vom Regierungsrat mit Vollmacht ausgestattet war, hielt er ein Revolutionstribunal ab und ließ aufgrund dessen Urteil die beiden Agendorfer Eisenbahner zum Tode verurteilen. Die Anklage lautete, dass sie auf dem Gleiskörper Schienenschrauben entfernt hätten, was aber nicht der Wahrheit entsprach. Am 7. Juni 1919 ließ er sie in der Hauptstrasse von Sopronkövest erhängen.


Mathias Schmidt und sein Sohn sind auf dem Agendorfer Friedhof beerdigt. Die transdanubischen Eisenbahner haben zum Gedenken an die Zeugen der Dienstpflicht einen Grabstein errichten lassen. Während der kurzen Zeit der Räterepublik nahmen in den örtlichen Arbeiter- und Bauern- sowie Militärräten die Lehrer Jenö Vánkos und Gyula Purt teil. Zur Zeit der Räterepublik wurde am 23. Juli 1919 in Ödenburg eine Protestkundgebung abgehalten. Motto der Versammlung war: „mit Waffen verteidigen wir Ödenburg“. Die Jahre nach dem Krieg waren in der Gemeinde mit vielen Schwierigkeiten verbunden, die laufende Entwertung des Geldes verbitterte alle. Die Menschen erwarteten immer ein besseres Leben, dem gegenüber wurde die wirtschaftliche Lage immer schlechter.

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Mathias Schmidt mit Ehefrau

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Sohn von Matthias Schmidt, gest. 1919

Der Frieden von Trianon am 4. Juni 1920 trennte vom Land im Westen 4.312 km2 das Gebiet mit 340.917 Einwohnern ab. (Davon kamen 255.513 Deutsche zu Österreich). Bei der Übernahme des Gebiets kamen der französische General Hamelin, der englische General Gorton und der italienische General Ferrario nach Ödenburg. Nach einer ersten Besprechung teilten sie mit, dass die ungarischen bewaffneten Kräfte die sog. 8. Zone, zu der auch Ödenburg gehörte, verlassen müssen. Danach konnte die Räumung der Ämter und Institutionen beginnen. Da sich die beiden Seiten auf friedlichem Wege nicht einigen konnten, blieb den Ungarn, um ihr Gebiet zu retten, nur noch ein Mittel: ein bewaffneter Aufstand. Die Regierung konnte den Aufstand nicht offen wagen.

Am 28. August 1921 nahm der Aufstand in Westungarn seinen Anfang. Der Zusammenstoß zwischen den österreichischen Gendarmen und den ungarischen Aufständischen am 28. August forderte nach kurzem Feuerkampf ein Todesopfer, einen 13jährigen Bauernjungen aus Kecskemét. Dem Zwischenfall von 28. August folgten einige Tage Ruhe.

Quelle: Agendorfer Mosaik
Andreas Böhm (1991)