oedenburgerlandWir müssen Abschied nehmen von unserem Sepp Fruhmann Berger, der am 27. Juni 2020 verstorben ist. 

Geboren ist er am 13. August 1930 in Ödenburg, seine Familie väterlicherseits stammt aus Wandorf. Die Eltern haben sich getrennt, so hat der kleine Sepp seine Kindheit überwiegend in Wandorf bei seinen Großeltern, Johann Fruhmann Berger und Amalia geborene Kovács verbracht.

Als Sepp 9 Jahre alt war, hat sein Vater neu geheiratet und er fand in Susanna geb. Preidl eine liebevolle Stiefmutter, zu der er eine gute Beziehung hatte.

Sepp hat gerne von seiner Kindheit in Wandorf und in Ödenburg erzählt, ein richtiger Lausbub muss er gewesen sein und wo es Schabernack zu treiben gab, da war der Sepp nicht weit! Bis ins hohe Alter blieb Sepp dieses spitzbübische erhalten, er hatte einen großartigen Humor, den er auch in schwierigen Situationen nie verloren hat.

16 Jahre seines Lebens verbrachte er in Ödenburg, Wandorf und Umgebung und seiner Erzählung nach hatte er eine sehr schöne und freie Kindheit und Jugend dort, er war beliebt, hatte viele Freunde und er war ständig in der Natur unterwegs. Auch die Schule in Ödenburg besuchte er natürlich und dort hat er auch recht gut ungarisch gelernt - neben seiner deutschen Muttersprache - ungarisch hat er auch nie wieder verlernt. In der Familie blieb er ein Einzelkind, sein Halbbruder Ferdinand verstarb im Jahr 1945 nur wenige Tage alt.

Wie für viele deutschstämmige die im Ödenburgerland lebten, änderte sich die Welt von heute auf morgen an einem Tag im April 1946. Sepp wurde mit seiner Familie aus seiner Heimat vertrieben - in einem Viehwaggon mit über 30 Personen, nur mit dem notwendigsten Hab und Gut, ging es in eine ungewisse Zukunft.

Der Transport in dem Sepp, seine Eltern, Großeltern und seine Verwandten waren, hielt dann nach vielen Tagen Fahrt in Deutschland, in Esslingen am Neckar. Dort fanden die Eltern Arbeit und so war sein erster Wohnort in Deutschland in Mettingen, das zu Esslingen am Neckar gehört. Sepp musste sich umgewöhnen - (nicht nur) die Sprache war anders, auch wenn er immer gedacht hatte dass er deutsch spricht - der Dialekt im Schwabenland klang für ihn doch sehr fremd. Aber Sepp behielt seinen Humor und seine Zuversicht und ging seinen Weg auch in Deutschland weiter. Viele Steine lagen in seinem Weg, so verlor er z.B. im Jahr 1947 den Vater - der nach einer Routine-OP nicht mehr aus der Narkose erwachte. Seine Stiefmutter und er wuchsen noch mehr zusammen und haben sich ein Leben lang  gegenseitig Halt gegeben. 1955 verstarb sein Großvater in Esslingen, 1967 dann die Großmutter.

1951 heiratete er und bekam zwei Söhne: Josef und Anton, auf die er sehr stolz war. Leider ging die Ehe in die Brüche, aber mit Helga fand Sepp seine große Liebe, die er im Jahr 1960 heiratete. Die Krönung dieser Ehe war der Sohn Steffen, der einige Jahre später zur Welt kam.

Sepp hat dann später in Denkendorf im Kreis Esslingen gelebt - sein Herz ist aber immer im Ödenburgerland geblieben. In Illmitz am See hat er ein Haus gebaut, dort hat die Familie so viel Zeit wie möglich verbracht. Hier fühlte Sepp sich wohl, konnte in der Natur sein, seinem großen Hobby, dem Beobachten der Vögel nachgehen. Ilmitz wurde- neben Denkendorf - seine Heimat und jeder dort sah Sepp nicht als Urlauber, er war ein voll integrierter Nachbar. Aber auch in Denkendorf fand er ein Zuhause, dort lebt sein Sohn Steffen mit Ehefrau und dem Enkelkind. Alle seine Enkelkinder waren ihm eine große Freude und er hat mit Stolz und leuchtenden Augen von ihnen erzählt.

Er durfte auch noch einige Urenkel erleben und etwas, das nicht vielen vergönnt ist: er wurde er im Jahr 2017 Ur-Ur-Großvater von Bastian, im Jahr 2019 kam Ur-Ur-Enkelin Elisa dazu, daran hatte er eine riesige Freude!

Am 27. Juni 2020 ging sein bewegter Lebensweg zu Ende. Die Trauerfeier findet am Donnerstag, den 9. Juli auf dem Friedhof in Denkendorf statt. Wir werden Sepp vermissen, aber in unserem Herzen lebt er weiter - als der spitzbübische und humorvolle, liebenswerte Mann den wir gekannt und geliebt haben!

Wer sich fragt, wie es zum dem eher ungewöhnlichen Doppelnamen (da ohne Bindestrich) Fruhmann Berger kam, kann das HIER beim Nachruf von Sepps Onkel nachlesen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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